Reise nach Bogotá - Hauptstadt Kolumbiens auf der Anden-Hochebene 

Bogotá, am Fuße der Berge Guadalupe und Monserrate, befindet sich rund 2.640 Meter über dem Meeresspiegel. Die Lage auf der Hochebene in den Anden sorgt für etwas niedrigere Temperaturen. Durchschnittlich liegen diese bei etwa 14 Grad, nachts kann es auch deutlich kühler werden. Wer neben den eigenen Füßen auch motorisierte Fortbewegungsmittel bei der Entdeckung der Sieben-Millionenstadt nutzen möchte, dem sei der öffentliche Nahverkehr empfohlen. Anders als in Deutschland, reicht es, sich lässig an den S traßenrand zu stellen und vorbeifahrende Busse mit einem Handzeichen zu stoppen, lediglich der Schnellbus TransMilenio fährt reguläre Haltestellen an. 
 
Thema Kriminalität: Trotz vorherrschender Vorurteile, kann man sich in Bogotá relativ sicher bewegen. Allerdings empfiehlt es sich eher im Norden der Stadt zu bleiben, da der verarmte Süden nicht ganz ungefährlich ist. Generell sind die Einwohner Bogotás sehr freundlich und höflich. So stellt die Kontaktaufnahme auch kein Problem dar - vorausgesetzt, man spricht spanisch. Denn die englische Sprache beherrschen, abgesehen vom Hotelpersonal und einigen Ausnahmen - nur die Wenigsten. Und wer shoppen und danach entspannt einen Kaffee schlürfen möchte, der ist im Chapinero-Viertel gut aufgehoben. Übrigens, Trinkgeld gibt man in Bogotá in der Regel nicht.
 

Indigene Kulturen, Nasenringe und Totenmasker

Eines der zentralen Viertel in Bogotá ist sicherlich die Altstadt La Candelaria. Die verschiedenen bunten Häuserfassaden mit kleinen Balkonen im Kolonialstil sind charakteristisch für die Alstadt. Auch beherbergt dieser Teil der Stadt mit seinen historischen Gebäuden und Plätzen eine Vielzahl an Museen, wie etwa das Nationalmuseum oder das Museum der Modernen Kunst. Stolz sind die Einwohner Bogotás aber zweifelsohne auf ein ganz besonderes Schmucksttück: Im Goldmuseum wird eine gigantische Sammlung von Arbeiten aus präkolumbianischer Zeit ausgestellt. Beim Rundgang durch das Museum erfahren Besucher alles über den Abbau, die Verarbeitung, den Verwendungszweck und die Mythologie der rund 50.000 Ausstellungsstücke aus Gold, Keramik, Holz und Textilien. So wird in dem von der Banco de la República (Staatsbank) gegründeten Museum etwa eine Reihe prächtiger goldener Nasenringe, Totenmasken und Brustpanzer ausgestellt. Darüber hinaus erfahren Besucher etwas über verschiedenste indigene Kulturen Kolumbiens. Ein weiterer Pflichttermin ist eine Stippvisite zum Plaza Bolívar mit seiner Statue des Unabhängigkeitskämpfers Simón Bolívar. Der von Regierungsgebäuden „umstellte“ Platz - dazu gehört etwa das Capitolio Nacional und der Justizpalast - ist auch ein guter Ausgangspunkt, um ein paar Kirchen zu besuchen, wie etwa die Iglesia Santa Clara (mit Museum) oder auch die Iglesia San Francisco. Wer eher nach Einkaufskultur verlangt, macht sich einfach auf den Weg in die gut zu Fuß erreichbare Zona Rosa, wo eine Reihe von Shoppingzentren zu finden sind.
 
 

Shoppen und Enstpannen

Diverse Bars laden zu abendlichen Vergnügungen ein. In der Candelaria werden an vielen Ständen selbstgemachte Taschen oder Armbänder verkauft - einfach mal stöbern. Und zum Entspannen empfiehlt sich der Besuch des Simón Bolívar Parks, er gehört zu den größten städtischen Grünanlagen überhaupt. Ohrenfutter in Sachen kolumbianischer Rockmusik verspricht das jährlich stattfindende kostenlose Musikfestival im El Tunal-Park.
 
 

Sehen und gesehen werden auf Kolumbianisch

Sehr beeindruckend ist auch die Aussicht vom Wallfahrtsort Monserrate. Mittels einer Art Seilbahn gelangen Besucher auf den in 3.152 Meter Höhe gelegenen Berg. Das Ausflugsziel fasziniert nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische, die dort liebend gern Tamales (Reisgericht) oder eine Fritanga (frittierte Kartoffel mit Wurst) verzehren. Ein anderes Spektakel ist die an Feier- und Sonntagen stattfindende Cicloviá. Neben der Hauptverkehrsstraße Carrera Séptima werden dann nämlich noch eine Reihe anderer Straßen für Autos gesperrt. Dies ist nicht nur der wöchentliche Startschuss für Amateurfahrradrennfahrer, sich auf dem Asphalt auszutoben, sondern auch eine perfekte Gelegenheit, um über die Straßen Bogotás zu flanieren.  Ein Sehen und gesehen Werden auf kolumbianisch. Das Salz in der Suppe eines jeden Bogotá-Besuches ist die Stippvisite zur Salzkathedrale nach Zipaquirá. 50 Kilometer und rund 45 Autominuten von der kolumbianischen Hauptstadt entfernt, liegt die 120 Meter lange Catedral del Sal innerhalb eines Bergwerkes. Zeitweise wegen Einsturzgefahr gesperrt, können Touristen heute wieder unterirdische Kreuze, Engel und Madonnenstatuen aus dem weißen Gold bewundern. Die Hauptkathedrale sowie 14 kleinere Kapellen sind dabei durch zahlreiche Tunnel miteinander verbunden.
 
 
 
 
 

Quelle: Kundenmagazin FREIZEIT 05/2011, Autor: Johann Bares

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