Städtereise nach Dresden - wunderschönes Elbflorenz

Vier Tage Dresden: Ein Reisebericht von Rebecca Reichenbach

 

Die Dresdner Neustadt ist Europas größtes Gründerzeitviertel und liegt gegenüber der Altstadt. „Kultur findet ihr drüben, das Leben hier“, klärt uns der Rezeptionist unseres Hotels auf. Und tatsächlich: Mit multikulturellem Flair, Ateliers, ausgefallenen Lädchen sowie Bars und Cafés brodelt es in dem quirligen, alternativen Quartier.

Wer gerne auf dem Trödelmarkt stöbert, sollte sich den samstagvormittags stattfindenden Flohmarkt an der Albertbrücke nicht entgehen lassen. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung in die innere Altstadt. Herausgeputzt, wie sie heute ist, kann man sich die verheerende Zerstörung,  die eine halbe Million Bomben im Februar 1945 anrichtete, kaum vorstellen. An Stelle der einstigen Steinwüste aus Schutt und Asche stehen heute wieder liebevoll sanierte Wohnzeilen aus der Biedermeierzeit, klassizistische Villen und natürlich die Frauenkirche, die mit ihrem pastellfarbenen, fast kitschigen Interieur direkt an ein Puppenhaus denken lässt. Nach dem buchstäblich Atem raubenden Aufstieg erwartet uns auf ihrer 95 Meter hohen Kuppel ein 1A-Panoramablick über die Stadt und am Horizont können wir sogar die Sächsische Schweiz ausmachen.
 

 
Dresden wartet mit immens vielen Sehenswürdigkeiten auf. Kein Weg führt an Zwinger und Semperoper vorbei. „Carmina Burana“ oder „Schwanensee“ muss in Letzterer wirklich ein Erlebnis sein. Da unsere Zeit jedoch begrenzt ist, geben wir uns mit einer gut einstündigen Tour durch den prunkvollen Rundbau zufrieden. Durch Feuer und Krieg zerstört, wurde das Bauwerk insgesamt drei Mal nach den Plänen von Gottfried Semper mit schweren Lüstern, detailverliebten Wandmalereien und täuschend echt wirkendem Kunstmarmor erbaut. 
 
Weiter geht es richtung Zwinger.  Neben Raphaels Sixtinischer Madonna beherbergt der barocke Gebäudekomplex u. a. auch die Rüstkammer und sein begrünter Innhof lädt mit plätschernder Brunnenanlage bei schönem Wetter zum Verweilen. 
 
Persönlicher Höhepunkt der Reise: ein Besuch im Schloss Moritzburg, nur 20 Busminuten vom Zentrum entfernt. Idyllisch in einen Teich eingebettet, kommt das gelbfarbene Jagdschloss Augusts des Starken mit vier mächtigen Rundtü rmen manch einem sicher bekannt vor. Im Filmklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist es die Residenz der königlichen Familie und Aschenbrödel verliert bei seiner Flucht vom Ball hier seinen Schuh. 
 
Völlig außer Frage, dass ich irgendwann ins schöne Elbflorenz zurückkehre. Vielleicht zum nächsten runden Geburtstag, wer weiß... 
 
 

Quelle: Kundenmagazin FREIZEIT 02/2010, Autor: Rebecca Reichenbach

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