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Der Mythos lebt...

Phoenix
von Markus Better
erstellt am
08.07.2014

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Der Mythos lebt...

Der Sonntag neigt sich dem Ende, der obligatorische Kirchbesuch und die lästigen Besuche bei Oma Frieda mit dem anschließenden Kaffeeklatsch bei Tante Käthe sind fast vorbei, nur noch das wöchentliche Baderitual muss ich überstehen…..wir schreiben Sonntag den 02.02.1981, ich bin knapp 9 Jahre und darf länger aufbleiben…

Die Familie versammelt sich um das TV Gerät: die Reise kann beginnen,
wir tauchen in die heile Welt des Traumschiffs ab.

Ein Ritual das sich in den nächsten Jahren immer wiederholen wird.
Der Kapitän in seinem weißen Anzug gibt den Weg vor, der Schiffsarzt hat alles unter Kontrolle und Sascha Hehn winkt den Leuten von der Brücke zu.

Gemeinsam fahren wir in neue Welten.
Es ist so schön, doch nach 90 Minuten ist alles vorbei…

….der Wecker klingelt und ich wache auf: wir haben den 27.06.14 und heute mache ich mich selber auf, den Mythos des Traumschiffs zu erleben.

In Hamburg erwartet mich DAS Schiff überhaupt: die MS Deutschland der Deilmann Reederei. Mittlerweile fährt das Schiff aber für Phoenix Seereisen.

Schon beim Betreten des Schiffes werde ich von lächelnden Angestellten begrüßt, eine Hilfsbereitschaft jenseits der bekannten Grenzen,
schlägt mir entgegen.

Man begleitet mich zu meiner Kabine, der Duft des Früchtekorbs liegt in der Luft, das Glas Sekt lädt zum Anstoßen an.

18 Uhr: Alle Man(n) an Deck: Leinen los, über die Lautsprecher ertönt die altbekannte Melodie der TV Serie.

Mir kommen die Erinnerungen der Kindheit zurück, aber diesmal winkt nicht Sascha Hehn, sondern ich. Das Auslaufen aus dem Hamburger Hafen ist majestätisch schön, man spürt die Blicke der Menschen am Kai.

Kein Neid, sondern eher die Offenheit uns eine tolle Reise zu wünschen und die Freude beim Auslaufen dabei gewesen zu sein.

Wir gleiten vorbei an den Landungsbrücken, dem Altona Cruise Center und Blankenese. Auf der Elbe hinaus aufs Meer.

Am ersten Abend kehren wir im Restaurant Berlin ein.
Uns erwartet das erste Gourmet Highlight. Der Service ist aller erster Güte.

Der Maitre fragt uns, ob alles in Ordnung gewesen ist?! Was für eine Frage.

Noch ist der Abend jung, es ist angenehm warm, der „ Alte Fritz“ und seine Terrasse warten auf uns, wir schauen den Spuren im Wasser nach und entgleiten dahin.

Die Sonne geht unter.…und wieder klingelt der Wecker…ich wache auf, der Traum geht weiter.

Die Sonne steht am Himmel und erhellt das Pooldeck, die goldene Poolfigur glitzert im Sonnenstrahl, die Frühaufsteher drehen entspannt ihre Runden im Pool.

Ich genieße die morgendliche Einsamkeit und schlendere über die Decks.

Ich schaue mich um: an den Wänden wunderschöne Bilder, viele Skulpturen säumen die Gänge und die goldenen Geländer im Treppenhaus lassen mich erinnern.

Immer wieder spiegeln sich die Szenen aus der TV Serie wieder,
war nicht hier Beatrice, lief hier nicht der Kapitän entlang und half dort nicht Sascha Hehn der 90jährigen Fürstin über die Gangway?

Ich kehre in meine Kabine zurück, mache mich fertig für den Landgang.
Die Kabine ist eher klein, die Ausstattung, wie man sich vorstellt, ein wenig der alten Zeit angepasst, aber auch hier ist alles irgendwie anders,
die goldenen Wasserhähne zeugen von der guten alten Kreuzfahrttradition.

Wir ankern vor Texel und tendern von Bord; irgendwie hat es was von Abschied auf Zeit… denn zurück an Bord empfängt man uns herzlich und wir machen uns für den Galaabend fertig.

Dem Kapitän die Hände schütteln und das obligatorische Foto machen, wie kitschig, aber ich musste es machen! Wir alle haben uns für diesen besonderen Abend schick gemacht.

Ja, die Kleiderordnung, es hält sich das Klischee, daß man für jeden Abend einen neuen Anzug griffbereit haben muss, dem ist aber nicht so.

Die Stimmung an Bord ist auch nicht steif, wie man es vielleicht vermutet, viele der Gäste sind offenherzig und man fühlt sich wohl in der großen Traumschifffamilie.

Die Sonne geht unter: wir kehren wieder beim „alten Fritz“ ein.
Die aufmerksame Kellnerin hat sich meinen Getränkewunsch und die dazugehörige Kabinennummer vom Vortag gemerkt. Beeindruckend!

Wir lassen unsere Seele baumeln, neben uns raucht ein älterer Mann genüsslich seine Zigarre, wir kommen ins Gespräch und im im TV läuft nebenbei die WM.

Im Anschluss wird bei guter Musik im Salon „ Lili Marleen“ das Tanzbein geschwungen. Dort in der Ecke saß einst der Schiffsgründer Peter Deilmann….

Alles ist irgendwie anders, besonders, sehr schön.

Am nächsten Morgen geht der Traum weiter.

Wir liegen in Antwerpen, mitten in der Stadt. Gigantisch: das ist eben der Vorteil von einem kleinen Schiff, man liegt zentraler als es die großen Schiffe anderer Reedereien tun können. 480 Gäste, mehr passen nicht.

Antwerpen ist eine tolle Stadt, unser Schiff erregt Aufsehen.
Selbst in Belgien wird das Schiff erkannt. Es werden viele Fotos gemacht. Eigentlich kein Wunder, denn auf dem Schornstein ragen die Buchstaben „ Traumschiff“ hervor. Zurück an Bord kehre ich zur Traumschifffamilie heim.

Heute Abend steht die legendäre Küchenparty an: die Köche zaubern und die Gäste genießen. Auf die Frage hin, ob man einen kleinen Teller der Köstlichkeiten mit an Deck nehmen kann, erwiderte der Küchenchef:
„Kunden dürfen alles!“ Und dieser Satz ist auf dem Traumschiff Gesetz.

Leider endet diese tolle Reise und damit auch der Traum, nach einem weiteren sonnigen Seetag in Hamburg.

Mit der berühmten Melodie gehe ich von Bord, mein Herz ist berührt, das Klischee bedient. Das Schiff ist ein Traum und in der heutigen Zeit etwas Besonderes; es kann sich keiner der Faszination entziehen.

Wollen auch Sie in Erinnerungen schwelgen und tollsten Service persönlich kennenlernen?

Sprechen Sie mich an, ich buche Ihnen gerne Ihre Kreuzfahrt mit dem Traumschiff!!!


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