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Wiesbaden - Tor zum Rheingau

Deutschland
von Jörn Sewing
erstellt am
29.09.2020

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Wiesbaden - Tor zum Rheingau

Wiesbaden ist nicht nur die Landeshauptstadt des Bundeslandes Hessen, sondern auch eines der ältesten Kurbäder Europas. Wie facettenreich die Stadt zwischen Rhein und Main ist, konnte ich vor kurzem selber erleben.

Mein perfekter Tag startete am Morgen in Schierstein, einem Vorort von Wiesbaden, südlich der Stadt gelegen. Wenn man den Reiseführern Glauben schenken mag, ist der Schiersteiner Hafen eines der beliebtesten Ausflugsziele in Wiesbaden. Ganz hervorragend lässt es sich hier ausspannen und den Alltag vergessen. Das Hafenufer lädt zum Flanieren ein und wer eine Pause einlegen möchte, findet ganz bestimmt schnell ein nettes Restaurant oder Café. Auf jeden Fall ist der Schiersteiner Hafen ein Paradies für Segler und Surfer.

Nach meinem gemütlichen Spaziergang entlang des Rheins zog es mich schließlich in die Wiesbadens Innenstadt. Mit dem Auto dauerte die Fahrt gerade einmal 15 Minuten. Erstaunlicherweise war ein Parkplatz schnell gefunden. Somit konnte meine Erkundungstour losgehen.

Ich ließ mich einfach Treiben und bummelte durch die schmalen und verwinkelten Gassen der wunderschönen Altstadt. Viele Häuser stammen aus dem 18. Und 19. Jahrhundert was für eine tolle Kulisse! Der Stadtbummel machte wirklich Spaß, denn in den Straßen befinden sich zahlreiche Geschäfte sowie zahlreiche gemütliche Cafés und Restaurants. Darüber hinaus befindet sich hier die Heidenmauer Wiesbadens ältestes Bauwerk. Es stammt aus der Römerzeit. Zwar ist es nur noch in Fragmenten erhalten, aber ein Foto ist es allemal wert. Mitten in der Innenstadt befinden sich noch der Hessische Landtag, die Marktkirche und das Rathaus. Auf jeden Fall gibt es viel zu Entdecken.

Nicht nur in der Innenstadt gibt es einiges zu bestaunen, sondern auch in der Höhe. Mein nächstes Etappenziel war Wiesbadens Hausberg der Neroberg. Vielleicht ist der Ausdruck Berg ein wenig übertrieben, aber er bietet auf jeden Fall einen herrlichen Ausblick über die Stadt. Theoretisch bringt einem die Nerobergbahn in knapp 4 Minuten hinauf. Allerdings war ich in Zeiten von Corona in Wiesbaden und da war die Bahn leider geschlossen. Also wurde es ein rund 40 minütiger Spaziergang. Der Aufstieg führte mich vorbei an zahlreichen malerischen Villen bis ich letztendlich durch den Wald vorbei am Opel Bad, einem beliebten Freiluftbad, bis hin zur Russischen Kirche gelangte. Wow, die goldenen Kuppeln glänzten in der Sonne und dazu der blaue Himmel im Hintergrund. Was für ein Fotomotiv! Nur noch ein paar weitere Meter bis zum Gipfel und schließlich lag mir ganz Wiesbaden mit seiner Altstadt, den Weinreben und seinem grünen Umfeld buchstäblich zu Füßen. Ein Biergarten am Turm lockte mit kalten Getränken.

Nach diesem Anstieg hätte ich eigentlich Erholung verdient gehabt. Das wäre in Wiesbaden auch überhaupt gar kein Problem gewesen. Immerhin gibt es hier 15 Thermal- und Mineralquellen. Aber mein Tag hatte nur 24 Stunden und ich wollte ja noch so viel sehen. Also werde ich die heilende Wirkung des Thermalwassers wohl erst beim nächsten Mal genießen können.

Wieder unten in der City angekommen folgte direkt das nächste Highlight, nämlich der Wiesbadener Kurpark mit seinem prachtvollen Kurhaus. Das Kurhaus ist nicht zu Unrecht eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und zählt zu den prunkvollsten Gebäuden Deutschlands. Schließlich hatte hier Kaiser Wilhelm II. Galas, Empfänge und Feste gefeiert. Aber auch die umliegenden historischen Gebäude wie z. B. das Hessische Staatstheater, das Casino und die Grünanlagen hatten mich sehr fasziniert. Der Kurpark wirkte auf mich sehr gepflegt. Direkt am Eingang erwartete mich ein Biergarten mit wunderbarem Blick auf den See, wo zahlreiche Tretbootfahrer unterwegs waren. Dahinter verliefen viele Spazierwege. Obwohl ich mich gerade mitten in der Stadt befand, konnte ich mich in der Natur erholen. Das ist Wiesbaden!

Nach so viel Sightseeing brauchte ich erst einmal eine Stärkung. Es zog mich wieder in die Altstadt. Auf ging es in die Goldgasse, wo man kulinarische Köstlichkeiten nicht nur kaufen, sondern in zahlreichen Restaurants, Bars und Cafés auch genießen kann. Das gastronomische Angebot war hier wirklich grenzenlos.

Mein Tag in Wiesbaden neigte sich so langsam dem Ende zu, doch ich wollte Hessens Landes- hauptstadt nicht verlassen ohne die berühmte Kuckucksuhr in der Burgstraße zu sehen. Einst war sie die größte Kuckucksuhr der Welt. Aber auch wenn sie heute nicht mehr die größte ist, sehenswert ist sie allemal. Übrigens ist zwischen 08.00 und 20.00 Uhr der Ruf des Kuckucks zu hören. Also pünktlich sein!

Kaum zu glauben, dass dies mein erster Trip nach Wiesbaden war. Die Stadt ist kulturell ziemlich breit aufgestellt, bietet seinen Besuchern eine interessante Architektur und sehr viele Erholungsmöglichkeiten im näheren Umfeld. Der Tag war wirklich toll, trotzdem wäre ich gerne noch länger geblieben. Schloss Biebrich eines der bedeutendsten Barockschlösser am Rhein steht nun beim nächsten Besuch auf dem Programm.

Ich komme bestimmt wieder und wenn Sie jetzt auch Lust auf Wiesbaden bekommen haben, planen Sie am besten direkt mindestens 2 Tage ein oder kombinieren die Stadt mit Mainz auf der anderen Rheinseite.


j rn sewing
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